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Vielfalt in Estenfeld


Schon der Start der Jubiläumsausstellung „50 +1“ der Kunstfreunde Estenfeld/Würzburg war gelungen. Spontan war die Vernissage am
22.07.22 vom Foyer der „Weißen Mühle“ in die freundliche Atmosphäre des malerischen Innenhofs verlegt worden, was bei Mitgliedern und Besuchern bestens ankam. Sieghart Böhme, Vorstand des Vereins, Tobias Grimm, der zweite Bürgermeister der Gemeinde Estenfeld („Ist das Kunst oder kann das weg?“)
und Anatolij Schelhorn, der neue Vorstand des befreundeten Kunstkreises Lauda-Königshofen hielten ihre Ansprachen, die Blasmusik dazu lieferten Sophia Ackermann, Moritz Ackermann, Stefan Ackermann, Lukas Streit und Lukas Wolz vom Musikverein Estenfeld 1984. Das Quintett kam so gut an, daß es noch eine Zugabe spielen mußte.


Die Kunstausstellung hielt dann weitere Überraschungen bereit. Neben einigen
Mitgliedern des Kunstkreises Lauda-Königshofen präsentierten auch noch mehrere
Künstler der Gemeinschaft Lorcher Hobbykünstler Werke. Die Gastaussteller
steuerten zur Bilderschau Werke bei, die in ihrer Thematik oder auch in ihrer Technik in Estenfeld teilweise Neuland waren - und entsprechende Aufmerksamkeit auf sich zogen. Faszinierend wirkte beispielsweise die geheimnisvolle Vogelfrau auf einem Felsen, die Viktorija Schelhorn gekonnt auf die Leinwand gebracht hatte. Die Besucher
rätselten immer wieder herum, ob es sich um eine Szene aus der antiken Mythologie handle oder ein osteuropäisches Märchen.


Die Estenfelder selbst hatten sich ebenfalls ins Zeug gelegt. Walter Schenkel zeigte hübsch dekoriert eine „Seifenschale nach König Ludwig II.“. Von Walter Reith - dem
Ausstellungsleiter - gab es einen perfekten kleinen Druck. Er zeigte in ungewohnter
Perspektive einen Fußgänger mit Schirm beim Überqueren eines Zebrastreifens. Mehr
Reduktion geht nicht. Ein paar Tage später fand das Bild prompt Eingang in die Mainpost. Ein Gemälde mit dem Titel „Sehnsucht“ von Nikodem Niewelt beherrschte die ganze Karthäuserstube: Farbigkeit, Ausdruck und Stil ließen niemanden an dem Bild einfach vorbeigehen. Es zwang förmlich zur näherem Betrachtung. Ähnlich erging es dem Betrachter bei einem ungewohnt großformatigen Bild Stephan Reicherts. Der Architekt hatte ein geheimnisvolles Portrait einer jungen Frau geschaffen. Was war der Anlaß? Was bewegte ihn? Hat er wirklich ein abstraktes Gemälde übermalt? Gudrun Kühnau hatte das genaue Gegenteil mitgebracht: Kleine, liebevoll ausgearbeitete Zeichnungen, darunter ein richtiges Wimmelbild mit Dutzenden von kleinen - na ja, wir nennen sie mal so - Tierchen. Die Kunstfreunde versicherten, daß sich in diesem Wimmelbild auch bei genauester Betrachtung nichts Unrechtes finden lasse. Es ist gute Laune im besten Sinne. Noch nach frischer Farbe roch Karin Stumpfs große hölzerne Schale, die als solche kaum noch zu erkennen war. Die Künstlerin hatte sie flächendeckend mit einem fast schon psychedelisch wirkenden Farbmuster versehen.


Die traditionelle Herbstausstellung lassen die Kunstfreunde dieses Jahr ausfallen.